Service-Telefon: 07322 9621-0 / Störnummern
 
 

Chlorung des Wassers dauert noch an

Trinkwasser: Seit Juli wird das Wasser in rund 7.500 Haushalten gechlort. Das riecht zwar, ist laut Stadtwerke gesundheitlich aber unbedenklich.

Dass einem beim Spaghettikochen ein Geruch von Schwimmbad in die Nase steigt, klingt erst einmal nicht besonders appetitlich. Doch in vielen Giengener Haushalten ist genau das seit Anfang Juli der Fall: Seither nämlich haben die Stadtwerke in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt eine sogenannte Chlorung des Wassers veranlasst. Vorsorglich, wie es seitens der Stadtwerke heißt, da erhöhte Untersuchungswerte aufgetreten seien.

Die Folge ist, dass viele Bürger für den täglichen Gebrauch Wasserkanister aus dem Supermarkt holen oder das Leitungswasser nur noch gefiltert oder abgekocht nutzen. Das jedoch sei eigentlich nicht nötig, denn die zeitlich begrenzte Chlorung des Trinkwassers sei für den menschlichen Organismus – ob Kleinkind oder Erwachsener – bei der derzeit vorgenommenen Dosierung nicht schädlich, betont Pressesprecher Bernd Olschewski. „Wir chloren mit 0,1 mg pro Liter. Diese Dosierung ist mit dem Gesundheitsamt abgestimmt und entspricht den Werten, mit denen andere Stadtwerke dauerhaft chloren“, so Olschewski.

Suche nach der Ursache läuft

Nichtsdestotrotz solle die Chlorung in Giengen im Gegensatz zu anderen Gemeinden kein Dauerzustand werden – die Ursachenforschung bei den Stadtwerken läuft deshalb noch immer auf Hochtouren.

„Wir haben natürlich sofort im Juli angefangen, nach dem Ursprung der aufgetretenen Keime zu suchen“, sagt Olschewski. Bisher aber ohne Erfolg. Die Lokalisierung und Behebung des Problems gestaltet sich schwierig, weil die gemessenen Keime in einem nur ganz geringen Maß auftreten. „Wir konnten herausfinden, dass die Tiefbrunnen zum Glück nicht betroffen und absolut keimfrei sind“, so der Pressesprecher weiter. Deshalb habe man sich auf die Suche in dem 229 Kilometer langen Transport- und Verteilleitungsnetz gemacht.

Suche läuft in 229 Kilometern

In den insgesamt 13 Zonen des Netzes wird seit einigen Monaten regelmäßig gemessen, gespült und gechlort – über drei Wochen lang wird immer eine Zone je dreimal getestet. So lange, bis etwas gefunden wird. „Das Ganze ist ein geschlossenes System, und während wir die Keime lokalisieren, läuft ja die Versorgung der Kunden mit Wasser ständig weiter. Das macht es nicht einfach, vor allem eben, weil nur ganz wenige Keime gemessen wurden“, so Olschewski. Dennoch sei es wichtig, auch dieser sehr geringen Keimanzahl auf den Grund zu gehen, da sich diese ansonsten schnell vermehren könnten.

In den vergangenen zehn Jahren mussten die Stadtwerke Giengen nach Angaben des technischen Leiters Christof Gaugler nur dreimal auf eine Chlorung zurückgreifen. Dies sei durch die Ausweitung der Schutzzonen, regelmäßige Investitionen und Sanierungen der Hochbehälter gelungen. „Im Vergleich dazu müssen 80 Prozent der Bürger in Baden-Württemberg mit einer Dauerchlorung auskommen“, so Olschewski. Und wer es gewohnt sei, dem falle der Chlorgeruch gar nicht mehr so auf.

Dauerchlorung ist nicht geplant

Die Giengener Kunden hingegen würden mit Wasser aus dem Tiefbrunnen des Bernauer Feldes versorgt, das aufgrund seiner guten Qualität im Normalfall nicht aufbereitet werden müsse. „Es ist nun mal so, dass wir immer informieren müssen, ob und wie lange wir chloren und wann wir wieder damit aufhören. Dadurch ist das Thema bei den Bürgern viel präsenter als bei denjenigen, deren Wasser sowieso ständig gechlort wird.“

Sobald die Ursache für die erhöhten Keimwerte ausgemacht und beseitigt ist, werden die rund 7500 betroffenen Haushalte in Giengen, Hohenmemmingen und der Verwaltungsgemeinschaft Syrgenstein wieder informiert und die Chlorung eingestellt – „unser oberstes Ziel ist die Versorgung mit unbehandeltem, natürlichen Trinkwasser“, so Olschewski.

 

Quelle: Joelle Reimer, Heidenheimer Zeitung, 02. Dezember 2017